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    Vorbericht zur Olympischen Rudersaison

    Hessische Ruderer auf dem Weg nach Paris

    Nur drei Jahre nach den Spielen von Tokio, werden im Sommer 2024 die nächsten Olympischen Spiele in Paris ausgetragen. Der Deutsche Ruderverband konnte von den 14 olympischen Bootsgattungen zur Weltmeisterschaft 2023 sechs Boote direkt qualifizieren, drei davon bereiteten sich eher in Eigenregie, als im Gesamtsystem vor, wobei alle Maßnahmen und Überprüfungen mit der Cheftrainerin B. Bielig abgesprochen wurden. Einzig die Leistung der drei Boote (W1x,M1x und M2x) berechtigte zu dieser Vorgehensweise.

    Von diesen sechs qualifizierten Booten sind zwei Boote durch hessische Beteiligung bereits qualifiziert. Überlegen konnte Oliver Zeidler (FRG-Germania) den Sieg, und somit die Krone im Rudersport, dem Männer-Einer, zum dritten Mal in Folge gewinnen. Sowohl von der Fahrzeit, der taktischen Herangehensweise, als auch insbesondere dem Druck standhaltend, konnte er hier ein deutliches Zeichen setzen und ist sicher nach drei WM-Titeln in der Favoritenrolle im Männer-Einer in Paris.

    Das zweite Boot mit hessischer Beteiligung wurde mit Jonas Gelsen (Frankfurt-Höchst) und Marc Weber (Steinmühle Marburg) im M2x besetzt. Die beiden konnten den Quotenplatz in einem dramatischen B-Finale errudern, wo noch fünf Boote an der 1500m innerhalb von nur wenigen Meter lagen. Nach einer durchwachsenen Saison ruderten sie im B-Finale wie entfesselt und sicherten für den DRV diesen Quotenplatz ab.

    Weiter im Rennen um die begehrten Plätze in den deutschen Auswahlbooten stehen weitere hessische Ruderer, die zunächst die nationale Qualifikation schaffen müssen, um dann zum finalen Abschluss in Luzern Ende Mai, beweisen müssen, ob die in jeder Bootsklasse zu vergebenen zwei Plätze, errudert werden können. Aus Erfahrung ist der Druck bei dieser Regatta unfassbar hoch, da es die allerletzte Chance ist, den Traum eines jeden Sportlers zu erreichen, die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

    Bei den Männern im Riemenbereich stehen nach den internen Selektionswettkämpfen in den DRV-Trainingslagern Marc Hinrichs (Limburg) und Theis Hagemeister (FRG- Germania) im 2- am Start, um die nationale Qualifikation zu erreichen. Beide konnten sich leider nicht für den 8+ oder dem 4- intern qualifizieren. Beide sind am Stützpunkt in Dortmund und müssen sich nun nach der nicht ganz nachzuvollziehenden Entscheidung im 4-, im Zweier beweisen.

    Bei den Riemerinnen hat der DRV noch kein Boot qualifiziert. Große Fortschritte in den Trainings- lagern machte der Frauen-Achter, in dem 2023 noch Anna Härtle (FRG-Germania) und Lisa Holbrook (Hassia Hanau) mit zur EM saßen. Beide sind aber für 2024 unterschiedliche berufliche und ruderische Wege gegangen. Als Medaillenboot vom Frühtest 2023 wären sie sicher eine Bank in dem Boot geworden. Anna Härtel versucht nun im 2- den nationalen Quotenplatz zu ergattern und steht für alle Boote zur Verfügung. In derselben Bootsgattung sind aber mit Hanna Reif (FRG-Germania) und Lean Sarassa (Krefeld) die Deutschen Kleinbootmeister mit am Start, die ihren eigenen Weg gegangen sind und unbedingt gewinnen wollen. Die 14. der letzten WM, wo sie sicher weit unter den Möglichkeiten geschlagen wurden, bereiten sich intensiv seit dem Herbst abwechselnd in Berlin und Dortmund in Eigenregie vor.

    Letzte direkte Starterin aus Hessen ist bei den Frauen Skull, Juliane Faralisch (FRG-Germania) die aus der Selektion für den 4x ausgeschieden ist. Hier stehen mit dem W2x (noch zu qualifizieren) oder auch dem Einer (bereits als Boot qualifiziert) weitere Optionen zur Verfügung. Am Stützpunkt in Berlin trainierend wird sie alles versuchen, um einen der drei letzten Plätze zu ergattern.

    Ole Hanak, U23-Weltmeister im 4x 2023 aus Hanau, wurde vom Verband aufgrund seiner starken Physis zu den Trainingslagern des M 4x (bereits qualifiziert) eingeladen. Wann der Doppelvierer der Männer letztendlich besetzt werden wird, stand beim Schreiben des Artikels noch nicht endgültig fest, so dass der junge Hanauer sicher noch hoffen darf, in die Skullmannschaft zu kommen.

    Bis auf Oli Zeidler werden alle deutschen Boote vom 21. Bis 22.3 2024 in Hamburg intern ihre ersten Test-rennen gegeneinander absolvieren. Zwei Tage vor der ersten Überprüfung auf dem Wasser steht allen Olympiaanwärtern ein gemeinsamer Ergometertest in Hamburg / Ratzeburg bevor.

    Der erste gemeinsame Start der deutschen Ruderflotte ist dann bereits Anfang April (10. Bi 12.) zum Weltcup in Varese / ITA geplant.

    „Die drei besten deutschen Skuller kommen aus Hessen und haben ihre Boote im 1x und 2x qualifiziert. Damit werden wir als Hessischer Ruderverband bereits mehr aktive Teilnehmer als in Rio und Tokio zu erwarten haben. Aus dem Feld der sich noch um die Plätze Bewerbenden kann vielleicht noch die eine oder andere Person aus Hessen dazukommen. Hier schätze ich den Frauen-Zweier ohne mit am höchsten ein, da Sarassa / Reif 2023 nicht nur Deutscher Meister wurden, sondern auch zur EM und zum ersten Weltcup immerhin im Finale waren, was in dieser Teildisziplin schon gut ist“, schätzt Ralf Hollmann, Trainer am BSP, die Gesamtsituation ein. „Mit Oli Zeidler hat Hessen und der DRV natürlich das heißeste Feuer im Rennen und wir hoffen alle, dass er um die Medaillen mitfahren kann und seine außerordentliche Karriere verdient krönen kann“, so Hollmann.

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